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Montag, 7. Oktober 2013

Kenias Katzen in Schwarzweiß

Heute morgen bin ich von meiner letzten Kenia-Reise zurückgekommen und noch etwas geschafft ...

Obwohl natürlich noch sehr viel Sortier-Arbeit vor mir liegt, sind die Eindrücke noch immer überwältigend, und ich will daher hier gerne einige erste Bilder teilen.


Inspiriert durch die Arbeit des französischen Profi-Fotografen Laurent Baheux, mit dem wir in Kenia einige Zeit verbringen durften, habe ich mich zunächst für die Präsentation einiger Bilder in Schwarzweiss entschieden.

Da wir zudem dieses Jahr sehr viel Glück mit den Raubkatzen hatten, konzentriere ich mich hier zunächst einmal auf diese faszinierenden Jäger der afrikanischen Savanne.

Viel Vergnügen.



Weiblicher Karakal (Caracal caracal)


Flehmender männlicher Löwe (Panthera leo). 

Sich anschleichende Leopardin (Panthera pardus)


Gepardenmutter (Acinonyx jubatus) mit ihren beiden fast erwachsenen Jungtieren

Löwenmutter (Panthera leo) beim Spiel mit ihrer etwa 15-monatigen Tochter (oder Nichte ?)

Zwei etwa 15-monatige Löwinnen (Panthera leo) beim ... Tanz ... ?

Serval-Weibchen (Leptailurus serval)
9 Uhr morgens, Masaai-Mara, starker Westwind, die Mähne sitzt ... 



Freitag, 26. April 2013

Leoparden, Teil 1


Leopardin nach erfolgreicher Jagd mit Beute (einem Impala) im Samburu Nationalreservat in Zentral-Kenia
Je nach Safari-Region gibt es naturgemäß unterschiedliche Hauptattraktionen und „Trophäen“, also Tiere, die bei den Safari-Gästen besonders gefragt sind.

Bei einer Ausfahrt im Yala NP blickte ich
 um mich, während meine Begleiter ihre
 allerersten Sika-Hirsche auf der rechten
 Seite des Jeeps fotografierten.
Plötzlich schauten mich links aus weniger
als 4 Meter Entfernung
 zwei gelbe Augen funkelnd an ...
Den wichtigsten Nationalparks und Schutzgebieten in Afrika (und meist auch in Asien, siehe nebenstehendes Bild aus dem Yala Nationalpark auf Sri Lanka) ist jedoch eines gemeinsam : es gibt praktisch immer Leoparden (Panthera pardus), und jede Sichtung oder gar ausgiebige Beobachtung dieser eleganten Großkatze ist immer ein besonderes Highlight.





Ich kann mich noch gut an mein allererste Sichtung eines wildlebenden Leoparden erinnern: Es war während meiner allerersten Safari in Kenia, damals mit einer vom Pauschalreise-Veranstalter zufällig zusammen gewürfelten Kleingruppe in einem Minibus.

Wir waren am frühen Nachmittag im Nakuru Nationalpark angekommen. Unser Fahrer fuhr mit uns buchstäblich kreuz und quer, mal auf der Pirsch, mal einer Meldung von einer Tiersichtung folgend, die einer seiner Kollegen per Funk durchgegeben hatte. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bat er uns plötzlich uns gut festzuhalten und gab richtig Gas ... 

(Angesichts der oft schlechten Pisten in den Parks und der nicht zu unterschätzenden Unfallgefahr mit dem sehr zahlreichen Wild liegt normalerweise die Höchstgeschwindigkeit selten höher als 40km/h. Denn ein Zusammenstoss mit einem Rhinozeros, aber auch schon mit einer größeren Gazelle endet oft mit erheblichem Schaden an Tier und Fahrzeug und seinen Insassen.)

Wie ich später lernen sollte, ist plötzliches Rasen der Safari-Fahrer ein fast untrügliches Zeichen, dass eine besondere Beobachtung gemacht wurde. Auch wenn die Fahrer meist nichts sagen (man weiß ja nie, ob bei der Ankunft noch etwas zu sehen ist und will den Gästen natürlich auch nicht zuviel versprechen), der Leopard gehört dann immer zum Kreis der „üblichen Verdächtigen“.

Wo ist der Leopard ...?
So war es auch in diesem Fall. Mit meiner damaligen Kamera (noch analog und ohne ausreichenden Zoom, von der Lichtstärke ganz zu schweigen) wurde das Bild vom Leoparden nichts, aber ich erinnere mich noch sehr genau an zwei Dinge : die enorme Anzahl an Fahrzeugen, die innerhalb kürzester Zeit aus allen Himmelsrichtungen am Beobachtungsort auftauchte (siehe Foto), und an die geradezu unbeteiligte Miene, mit welcher der halb hinter dem Stamm verdeckt und faul auf einem Ast liegende Leopard das Spektakel betrachtete.

Bis er nach einigen Minuten offenbar genug davon hatte und wie ein Geist in der zunehmenden Dunkelheit im Busch verschwand und schon Bruchteile von Sekunden später keine Spur seiner Anwesenheit hinterliess ausser zahlreichen aufgeregt diskutierende Safari-Gästen ...

Ein Bild meines ersten Leoparden in freier Wildbahn habe ich also nicht. Auch die zweite Sichtung einige Tage später im Massai Mara Nationalreservat war mehr vom Typ „Da ... wo? ... na, da hinten ... ja, ich hab' ihn auch gesehen … hab' ich wirklich ?… naja, ich glaube schon … da war so etwas geflecktes zwischen den Zweigen … “.

Seitdem hatte ich allerdings schon oft das Glück in Afrika und auch in Indien und Sri Lanka freilebende Leoparden auch aus nächster Nähe und mit mehr Muße beobachten zu dürfen. Wie schon angedeutet, es ist immer wieder ein großer Moment, selbst wenn die gefleckte Katze manchmal nur kurz auf- und oft genauso schnell wieder abtaucht.

Das Bild zeigt dieselbe Leopardin aus dem Yala NP wie das Bild weiter oben. Sie fand übrigens die
Sika-Hirsche auf der anderen Seite unseres Jeeps mindestens genauso "spannend" wie meine Begleiter ...
 






Von einigen der schönsten, beeindruckendsten oder auch ungewöhnlichsten Leoparden-Beobachtungen soll der nächste Beitrag handeln ...

Sonntag, 27. Januar 2013

Die "Big 5"

Wie bereits in meinem ersten Beitrag beschrieben, bezeichnete der Begriff „Safari“ lange die „Großwildjagd“ (der Kolonialherren) in Ostfarika und später anderen teilen Afrikas, ja sogar in Indien und darüber hinaus.

Die Großwildjäger waren es dann auch, die den Begriff „Big 5“ für die folgenden Tiere prägten: Elefant, (Spitzmaul-)Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard.

Dabei bezieht sich der Ausdruck nicht unmittelbar auf die Grösse der Tiere, auch wenn mit dem Elefant die größte afrikanische Landtierarten dazu gehört. Vielmehr bezog sich der Begriff allem auf die Schwierigkeit, diese Tiere zu erlegen und die Gefahr, die von ihnen ausging, wenn sie einmal in die Enge getrieben und eventuell sogar angeschossen waren.




Der Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) ist -- dank umfangreicher Schutzmassnahmen -- heute wieder sehr viel weiter verbreitet als noch vor einigen Jahrzehnten. Dennoch ist das Zusammenleben dieser Riesen mit der Bevölkerung ausserhalb der Schutzgebiete und Reservate nach wie vor problematisch. Eine Begegnung mit diesem größten Landsäugetier der Erde ist immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis. 

Foto aufgenommen im Massai Mara Nationalreservat, Kenia




Das Spitzmaul-Nashorn oder auch Schwarzes Nashorn (Diceros bicornis) gilt als sehr viel aggressiver als sein etwas größerer Vetter, das Breitmaulsnashorn. Beide wurden fast bis zur Ausrottung gejagt und sind wegen ihres in der asiatischen medizin sehr geschätzten Hornes nach wie vor eine beliebte Zielscheibe für Wilderer.
Die wenigen verbliebenen Exemplare sind meist sehr scheu, und dieses Foto zeigt eines von kaum mehr als einer Handvoll verbliebener Exemplare im gesamten Massai Mara Nationalreservat in Kenia.






Der Afrikanische Büffel (Syncerus caffer) kann ein gewicht von bis zu einer Tonne erreichen und zieht in geeigneter Umgebung noch in großen Herden durch die afrikanischen Nationalparks. Besonders angriffslustig gelten ältere Bullen, die mit zunehmendem Alter dem Tempo der Herde nicht mehr folgen können und sich gerne in wassernahen Gestrüpp verstecken. Wenn sie dort z.B. von nichts ahnenden Fussgängern überrascht werden kann die Begegnung schnell gefährlich werden.

Foto aufgenommen im Krüger Nationalpark, Südafrika











Dass der afrikanische Löwe (Panthera leo) zu den "Big 5" und den größten Attraktionen jeder Safari gehört überrascht kaum. Spätestens wenn man den riesigen Kopf und die enormen Pranken dieser bis zu 250kg schweren Großkatze einmal aus nächster Nähe bewundern durfte ist der große Respekt der Großwildjäger vor dem formidablen "König der Savanne"verständlich.

Das Foto zeigt einen der dominanten Löwenmännchen der sogenannten "Marsh-Pride im Massai Mara Nationalreservat in Kenia.



Der Leopard (Panthera pardus) ist sicher einer der elegantesten Jäger und wird trotz seines großen Verbreitungsgebiets vergleichsweise selten gesehen. Als vorwiegend nächtlicher Jäger und mit einer ausgezeichneten Tarnung versehen bleibt seine gelegentliche Sichtung einer der Höhepunkte jeder Safari.

Das Foto zeigt eine noch recht jungen Leopardin aus dem Massai Mara Nationalreservat in Kenia.




Auch heute noch sind die „Big 5“ nicht nur die meist gesuchten (Foto-)“Trophäen“ für Touristen. Und sie gehören auch nach wie zu den Tieren, bei denen erfahrene Safari-Führer besondere Umsicht walten lassen, und zwar nicht nur, wenn sie sich auf eine „Fußsafari“, eine Beobachtungstour zu Fuß, begeben.

Dennoch sind professionell geführte Safari-Ausfahrten in einem geeigneten Fahrzeug und sogar Fußsafaris keine hochgefährlichen oder gar riskanten Angelegenheit, wenn man sich einem zuverlässigen und entsprechend ausgebildeten Führer anvertraut und sich „angemessen“ verhält. Vergleichbar mit unserem (im Vergleich sicher sehr viel gefährlicheren) Strassenverkehr muss man eben auch bestimmte Regeln einhalten und seine Umwelt respektieren, um sicher ans sein Ziel zu gelangen …